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Tettnang

Diakonie Pfingstweid (ehemals Heim Pfingstweid)

Diakonie Pfingstweid (ehemals Heim Pfingstweid)

In der Heilig-Geist-Kapelle in der Diakonie  Pfingstweid befindet sich links neben dem Altar eine steinerne  Gedenktafel. Sie wurde in der Steinwerkstatt Obermayer in Tettnang  gefertigt und 1984 eingeweiht. Die Tafel erinnert an die 29  Heimbewohner, die im Rahmen der nationalsozialistischen „Euthanasie“ in  Grafeneck und Hadamar ermordet wurden. Die sogenannten „Verlegten“ der  Pflege- und Bewahr- Anstalt Pfingstweid waren die ersten Opfer aus einer  diakonischen Einrichtung in Deutschland überhaupt.

In den Jahren 1934 – 1942 waren auch einige der Bewohner vom Gesetz  zur Zwangssterilisation betroffen. Am 01. Februar 1940 wurden die ersten  13 Bewohner nach Grafeneck verlegt und dort ermordet. Am 03. Oktober  1940 wurden weitere elf Bewohner nach Grafeneck deportiert. Eine dritte  und letzte Deportation von 5 Bewohnern ging am 12. März 1941 nach  Weinsberg. Einer davon verstarb in Weinsberg. Drei von ihnen wurden in  der Tötungsanstalt Hadamar ermordet. Der Jude Paul Israel Levi wurde  nach Auschwitz deportiert und dort am 13.07.1942 ermordet. Alle Opfer  der Euthanasie sind namentlich bekannt und ihre Akten im Archiv der  Pfingstweid vorhanden. Die Diakonie Pfingstweid gedenkt der Opfer mit  Ausstellungen, Gedenkfeiern und Vorträgen zum Thema.


Text: Fritz Mäser


Literatur: Ingo Bernhard, Wolfgang Fix, Andreas Fuchs; Heim  Pfingstweid e.V. (Hg.), Die Pfingstweide 1850-1966, Tettnang 2001;


 Förderkreis Heimatkunde Tettnang (Hg.) der Reihe: Heimat – Zeichen,  Kapellen in Tettnang und Meckenbeuren, Band 5/2004.

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